PM: HandwerksGrün fordert bessere Rahmenbedingungen für schwangere Selbständige

Selbständige Handwerkerinnen dürfen durch eine Schwangerschaft nicht in Existenznöte oder in die Pleite getrieben werden. Der Verein HandwerksGrün hat deshalb gemeinsam mit Tischlermeisterin Johanna Röh aus Alfhausen/Niedersachsen und Maxime Krämer aus Heidelberg eine Petition gestartet, um selbständige Handwerkerinnen während der Schwangerschaft besser zu stellen.

zur Petition

„Die Zeit ist mehr als reif, um endlich Verbesserungen für selbständige Schwangere zu erreichen“, sagt HandwerksGrün-Sprecherin Astrid Hilt aus dem saarländischen Neunkirchen. „Traditionell gründet man einen eigenen Handwerksbetrieb für Generationen. 75% der Betriebe sind Familienbetriebe. Wenn Frauen handwerkliche Berufe erfolgreich ausüben sollen, dürfen die politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen sie nicht daran hindern, Familien und den eigenen Betrieb miteinander zu verbinden.“ In nur eineinhalb Wochen erreichte die Petition bereits mehr als 35.000 Unterschriften. „Wir sehen das als ganz starkes Signal, dass die Gesellschaft ein Interesse daran hat, selbständige Handwerkerinnen zu unterstützen“, sagt Astrid Hilt.

Die Petition fordert 

• voll bezahlten Mutterschutz für Selbständige nicht nur im Handwerk
• die Ausweitung der Ausgleichszahlungen für werdende Mütter auch an schwangere Selbständige bei Berufen, die für Angestellte unter das Beschäftigungsverbot für Schwangere fallen.
• Im Falle einer Krankschreibung aufgrund von Schwangerschaftsbeschwerden die Zahlung des Krankentagegeldes ab dem ersten Tag der Krankschreibung.
Die Regelungen für das Krankengeld müssen an die Realität von Selbständigen angepasst werden. Verzögerte Zahlungseingänge dürfen nicht mit angerechnet werden.
• Das Einrichten von Notfalltöpfen, um die Betriebe von selbstständigen Schwangeren vor Insolvenz zu schützen. Insolvenzen aufgrund einer Schwangerschaft müssen verhindert werden. Das finanzielle Auskommen der Schwangeren muss gewährleistet werden.
• Die Einrichtung eines Systems aus Betriebshelfer*innen nach Vorbild der Landwirtschaft, um Betrieben aus anderen Wirtschaftsbereichen, denen die Arbeitskraft der schwangeren Unternehmerin fehlt, unbürokratisch und vor allem kostenfrei zu helfen. 
• eine Reform des Elterngeldes, die die Situation von selbstständigen Müttern gesondert bewertet. Vorherige schwangerschaftsbedingte, finanzielle Einbußen müssen abzugsfrei hinzuverdient werden können.
• Ausbildungsbonus für Betriebe, welche die Auszubildenden während des schwangerschaftsbedingten Ausfalls übernehmen.
• Kein Antasten von Betriebsvermögen – die Arbeitsfähigkeit des Betriebes muss gewährleistet bleiben.


HandwerksGrün ist aus einer bundesweite Initiative von Handwerker*innen hervorgegangen, und hat sich im Januar 2022 als Verein konstituiert. Ziel des Vereins ist einerseits die Nachhaltigkeit im Handwerk zu fördern, und sie andererseits in Politik und Gesellschaft sichtbarer zu machen, zu stärken sowie die Rahmenbedingungen zu verbessern. Der Verein will Austausch und Netzwerk im Handwerk unterstützen. Es soll eine Plattform für Ideen und Erfahrungen wachsen, die die sozialökologische Transformation in die Praxis bringen. Mit rund einer Million Betriebe, 5,58 Millionen Beschäftigten und aktuell fast 370.000 Auszubildenden hat das Handwerk eine starke Stimme und gesellschaftliche Rolle in Deutschland, die es entsprechend zu hören und zu würdigen gilt.


Unformatierter Text und Pressefotos zur freien Verfügung auf Anfrage unter:
info(at)handwerksgruen.de

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